NPD verteilt Flyer in Eschede

In Eschede kam es am Samstag, den 22.08.20 zu einer Verteilaktion durch Kräfte der faschistischen NPD. Gewaltbereite und einschlägig bekannte Nazis waren vormittags über mehrere Stunden in kleinen Gruppen im Dorf zu Fuß unterwegs. Nach Angaben lokaler Antifaschist*innen, hatten die Neonazis hierfür einen Stadtplan dabei, auf dem genau eingezeichnet war, wo die Flyer verteilt werden sollten.

Rechts im Bild: Neonazi Michael Müller

Bei einem der Neonazis handelte es sich um den Nazikader Sven Wellhausen, der schon seid 2003 aktiv bei der NPD/JN in Rotenburg und Verden war. Wellhausen trat dabei in der Vergangenheit immer wieder wegen Volksverhetzung und Beteiligung an gewalttätigen Übergriffen in Erscheinung. Nachdem es nun seit 2012/13 ruhig geworden war um Wellhausen, scheint er jetzt wieder aktiv zu werden, sich zu Vernetzen und alte Kontakte zu erneuern.
Der zweite namentlich bekannte Neonazi, der bei der Verteilaktion dabei war, ist Michael Müller. Müller war regelmäßig bei JN und NPD Ationen dabei. Bei vergangenen Veranstaltung ist Müller durch gezieltes Abfotografieren von Gegendemonstrant*innen aufgefallen. Auch die beiden anderen Personen können den niedersächsischen JN Strukturen zugerechnet werden, sind bisher aber namentlich nicht bekannt.

Links im Bild: Nazikader Sven Wellhausen

Diese neueste Aktion zeigt, dass die Faschist*innen trotz gescheiterter Aufmärsche nicht aus dem Dorf verschwunden sind und antifaschistischer Widerstand nach wie vor ein wichtiges und richtiges Mittel im Kampf gegen die örtlichen Neonazis darstellt.

In dem am Samstag verteilten Flyer der NPD formulieren sie ein „Angebot“ an die Dorfgemeinschaft und versuchen sich damit eine Rolle zuzuschreiben die nicht im mindesten der Realität entspricht. Man finde das Dorf – und seinen Bürgermeister – an sich ja ganz nett und man könne eigentlich ganz ungestört nebeneinanderher leben, das Dorf im Dorf und die Nazis eben am Finkenberg. Dieses vermeintliche „Angebot“ ist dabei nicht mehr als der schlechte Versuch der Täter – Opfer Umkehr und nichts anderes als eine gefährliche Verschleierung ihrer wahren Motive.

Vorallem wenn man bedenkt, dass die NPD für 2020 insgesamt 9 Demonstrationen in Eschede angezeigt hat, wird der Widerspruch in ihren Aussagen und der Realität deutlich. Sie reagieren nicht, sondern agieren ganz bewusst mit Aktionen, die außerhalb des Geländes am Finkenberg stattfinden. Niemand sollte sich von solchen als vermeintliches Angebot getarnte Erpressungen täuschen lassen.

Vielmehr ist es an Allen in Eschede und drumherum, die Aktionen der Nazis öffentlich zu machen und gegen diese vorzugehen!

Da die NPD nicht leugnen kann, dass massiver Widerstand aus der Zivilgesellschaft gegen Ihre Aktionen und Veranstaltungen besteht, gibt es auch hier noch einen diffamierenden verbalen Vorstoß. Die NPD behauptet, dass es sich bei den gegen die NPD engagierten Einwohner*innen Eschedes um „Widersacher und Wichtigtuer und Funktionäre des Parteienkartells oder der Kirchen und Gewerkschaften“ handele und deren einziges Ziel sei „sich (zu) profilieren und Ärger ins Dorf (zu)bringen“. Die NPD versucht damit die Legitimation der zivilgesellschaftlichen Proteste ins Lächerliche zu ziehen und wiederum aus dem Dorf abzugrenzen.

Zu guter letzt darf der übliche Hieb gegen freien und kritischen Journalismus seitens der Rechten nicht fehlen. Die „böse Presse“, die das Treiben der Nazis auf ihrem Gelände abfotografiert und deren Pläne öffentlich macht und dokumentiert, trägt laut dem Schreiben der NPD  nur zum Unruhestiften gegen die Neonazis bei.

Damit nutzt die NPD in ihrem Flyer ganz typische rechte Propagandamittel – einerseits werden das Vorhandensein von Gegenprotest und dessen Aktionen herabgespielt und als von „außen kommend“ dargestellt. Anderseits wird dem Dorf im gesamten Flyer suggeriert, dass man ganz in Ruhe auf seinem Hof nette kleine Veranstaltungen mit Musik und Sport machen will und niemanden stören würde.

Wir lassen uns nicht täuschen. Wir gehen definitiv nicht auf „Angebote“ von Neonazis ein und geben ihnen keine ungestörten Rückzugsräume! Genau dies führt dazu, dass Sie sich ungestört vernetzen und im Landkreis verankern  können, um ihre menschenverachtende Politik und hetzerische Propaganda weiterzuverbreiten.

NPD-Flyer in den Müll – Gegen ein Nazizentrum in Eschede und überall!

NPD-Aufmarsch erneut erfolgreich blockiert!

Pressemitteilung / 20. Juni 2020

Nach zwei gescheiterten Versuchen, im Dezember 2019 und vergangenes Wochenende, marschierte heute die NPD mit gerade einmal neun Teilnehmern durch Eschede. Unter ihnen wieder der mehrfach vorbestrafte und extrem gewalttätige Pierre Bauer, sowie der Vorsitzender der ‚Jungen Nationalen‘, Sebastian Weigler, beide aus Braunschweig. Einen Erfolg kann man diesen Aufmarsch allerdings nicht nennen: Der Gegenprotest schaffte es erneut die Route der Nazis zu blockieren und damit ein deutliches Zeichen gegen das Erstarken der NPD im Dorf zu setzen. „Es ist schön zu sehen, dass die Bemühungen der NPD kaum Früchte tragen und es eine starke Stimme der Bürger*innen gibt, die sich gemeinsam mit Antifaschist*innen und uns gegen die NPD und die Nazis vom Hof Nahtz stellen“, sagt Anita Förster, Pressesprecherin der Kampagne ‚Landfriedensbruch‘. „Wir haben heute zum dritten Mal die Nazis an ihren Plänen gehindert durch Eschede zu laufen, dennoch müssen wir auf der Hut sein, die Nazis werden so schnell nicht aufgeben.“

NPD-Anhänger mit gewaltverherrlichendem Pullover (Foto: twitter.com/Monitorex_fotos)

Schon am Morgen hatten sich engagierte Eschedeer*innen versammelt und empfingen mit dem ‚Bündnis gegen Rechts‘ am Bahnhof Gegendemonstrant*innen aus dem Dorf und von außerhalb mit Kaffee und Kuchen. Außerdem fand am Finkenberg eine bunte Demonstration zum Hof Nahtz statt, organisiert vom ‚Netzwerk gegen Rechtsextremismus Südheide‘.

Schon kurz nach 10 Uhr gelang es den ersten Gegendemonstrant*innen, die an einem zweiten Treffpunkt in der Ortsmitte angekommen waren, auf einen Teil der angemeldeten Naziroute zu kommen.

Bei weiteren Versuchen die Strecke des Naziaufzugs an anderen Stellen zu blockieren, kam es seitens der Polizei zum Einsatz von Gewalt und Pfefferspray. Dennoch schafften es gegen Mittag immer mehr Demonstrant*innen auf die Route und blockierten diese mit bis zu 300 Menschen an der Ecke Bahnhofstraße, Cellerstraße/Uelzener Straße.

Auch hier versuchte die Polizei den Protest zurück zu drängen und den Nazis die Straße frei zu räumen. Unterdessen fotografierte Michael Müller, ein angereister Neonazi, die Gegendemonstrant*innen mit einem Teleobjektiv ab. Hier zeigt sich wieder einmal, dass die Nazis versuchen den Gegenprotest einzuschüchtern und zu bedrohen. „Die Bürger*innen und Antifaschist*innen ließen sich von den Provokationen der Nazis nicht aus dem Konzept bringen. Es ist eindeutig, dass der Protest entschlossen ist, aber keine Aggression von unserer Seite ausgeht“, so Anita Förster weiter.

Pierre Bauer, der zunächst als Ordner herhalten sollte, musste seine Ordnerbinde wieder abgeben, da er als mehrfach vorbestrafter Neonazi für diese Aufgabe alles andere als geeignet ist. Er bemühte sich dann stattdessen, Anwohner*innen zu bedrohen und zu belästigen.
Unterdessen forderte der verwirrt wirkende Sebastian Weigler von der Polizei die Blockade durch den Gebrauch von Schusswaffen aufzulösen. Zudem zählte er Personen, die sich im Ort gegen die Nazis stark machen, namentlich auf und drohte ihnen. Eine perfide Taktik um Anwohner*innen einzuschüchtern. Das Selbe versuchte die NPD bereits vergangenes Jahr im November in Hannover, als sie bei einer Kundgebung Namen von kritischen Journalist*innen veröffentlichte.

Die Polizei wirkte zeitweise überfordert und trat sowohl den angereisten Antifaschist*innen, als auch den Anwohner*innen gegenüber extrem aggressiv auf. Pressevertreter*innen wurden angegangen und geschubst, es kam zu Rangeleien und erneut zum Einsatz von Pfefferspray.

NPD-Kundgebung während blockierter Route (Foto: twitter.com/Monitorex_fotos)

Den Nazis blieb nichts anderes übrig als zwei ihrer angemeldeten Kundgebungen weiter in der Ortsmitte um zu planen, da sie dorthin nicht durchkommen konnten und stattdessen eine Abschlusskundgebung auf dem Parkplatz der Volksbank abzuhalten, auch diese wurde von lautstarkem Protest übertönt. Am Ende musste die NPD ihre Veranstaltung also frühzeitig abbrechen und unter Spott und Hohn mit Begleitschutz durch die Polizei die Rückreise zum Hof Nahtz antreten.

„Wir sind sehr zufrieden mit diesem Ergebnis, wir haben die Nazis erneut daran gehindert ihre Ideologie wie geplant in den Ort zu tragen. Eschede hat keinen Bock auf diese braune Propaganda“, sagt Anita Förster. „Es ist uns klar, dass vermummte Menschen auf die Einwohner*innen erstmal bedrohlich wirken, aber wir haben heute gezeigt, dass es uns nicht um sinnlosen Krawall geht, sondern darum mit den Eschedeer*innen gemeinsam und friedlich die Pläne der Nazis zu durchkreuzen!“

Deutlich wird die Dreistigkeit der NPD nun in den Abendstunden dann doch noch in Eschede. So hatte die NPD laut Informationen des Landkreises die Sonnenwendfeier auf dem Hof Nahtz für heute Abgesagt, also gab es vom Landkreis auch unter den derzeitigen Corona-Pandemie-Bestimmungen kein Verbot für die Feier. Trotz der eigenen Absage, mit der sie einem Verbot durch den Landkreis zuvor gekommen sind, versammeln sich in den frühen Abendstunden rund 20 Nazis auf dem Hof, um dort traditionell am Feuer die Sommersonnenwende zu feiern.

Der aktuelle Tiefflug der NPD lässt sich nicht von der Hand weisen. Dennoch ist die NPD nach wie vor ein gern genommenes Feigenblatt, um die faschistische Ideologie in die Gesellschaft zu tragen. Dies gilt es mit allen Mitteln zu verhindern und weiter konsequent den Nazis die Grenzen aufzuzeigen.

NPD-Kundgebung in Eschede verhindern! – Teil II


Am vergangenen Samstag scheiterte die NPD erneut mit dem Versuch eines Aufmarsches durch Eschede. Antifaschist*innen und Escheder Bürger*innen haben gemeinsam deutlich gemacht, was sie von der NPD, vom Hof Nahtz und den Faschisten, die sich dort regelmäßig versammeln, halten.

Leider ist dies kein Erfolg, auf dem wir uns ausruhen können. Die Nazis nutzten den Tag, um die Bauarbeiten auf dem Hof voranzutreiben und Vorbereitungen für die Sonnenwendfeier an diesem Samstag, den 20. Juni, zu treffen. Hierfür waren Nazikader aus verschiedenen Regionen, wie z.B. der NPD-Landesvorsitzende Manfred Dammann, angereist. Wir gehen aktuell davon aus, dass etwa 100 Nazis aus ganz Norddeutschland zu dieser Sonnenwendfeier anreisen werden. Auch haben die Nazis für diesen Samstag schon den nächsten Aufmarsch durch Eschede angemeldet, um ihre Kundgebung im Dorf nachzuholen. Das werden wir erneut verhindern!

Wir wollen erneut gemeinsam dafür sorgen, dass die Nazis ihre Kundgebung nicht durchführen können! Wir rufen dazu auf, nach Eschede zu kommen und den Widerstand gegen rechte Umtriebe und das Nazizentrum weiter zu unterstützen. Der Kampf gegen die Nazis am Finkenberg endet erst, wenn das Nazizentrum dicht und die NPD aus Eschede verschwunden ist!

Treffpunkt für gemeinsame Aktionen an diesem Samstag ist um 11.45 Uhr am Bahnhof in Eschede. Sollte die NPD-Kundgebung wieder ins Wasser fallen, werden wir uns ab 13 Uhr der Demonstration des Netzwerks Südheide anschließen und gemeinsam zum Hof Nahtz ziehen, um den Nazis direkt am Ort ihrer Sonnenwendfeier zu zeigen, was wir von ihnen halten.

Auch in Lüneburg plant die neofaschistische NPD an diesem Tag offenbar eine Kundgebung durchzuführen. Laut Aussage des niedersächsischen Landesvorsitzenden der NPD gegenüber Journalist*innen plant die Nazipartei eine Veranstaltung unter dem Motto: „Deutschland gegen den Corona-Wahnsinn“. Für die Region Lüneburg rufen wir daher dazu auf, sich den Nazis auch dort in den Weg zu stellen. Im Anschluss wird es dann eine gemeinsame Anreise nach Eschede geben. Ort und Zeit werden noch durch die Lüneburger Genoss*innen veröffentlicht. Mehr Infos hierzu auf: www.antifa-lg-ue.org

Am 20. Juni werden wir außerdem über unseren Twitter-Kanal aktuelle Infos zum Standort und Plänen der Nazis zur Verfügung stellen.

Antifa bleibt Landarbeit! NPD-Aufmarsch verhindern – nochmal!


NEUE INFOS ZU SAMSTAG (ACHTUNG: NEUE UHRZEIT)

Die NPD hat für diesen Samstag eine neue Route angemeldet: Von 11.00 bis 14.00 Uhr wollen sie ab dem Wohnmobil-Stellplatz an der Uelzener Straße einen Aufmarsch durchs Dorf machen. Wir gehen davon aus, dass sie dieses Mal wirklich im Ort laufen wollen.

Angemeldet haben sie die Route wie folgt: Uelzener Str. / Poststr. / Bahnhofstraße bis Ecke Bergerner Str. (Erste Zwischenkundgebung) / Bahnhofstraße zurück bis Apotheke (Zweite Zwischenkundgebung) / Celler Str. bis zum Edeka (Dritte Zwischenkundgebung) / zurück auf die Bahnhofstraße (Abschlusskundgebung)

Wir haben deswegen die Zeit für unsere beiden Treffpunkte vorverlegt und rufen weiterhin dazu auf, nach Eschede zu kommen und den Widerstand gegen rechte Umtriebe und das Nazizentrum zu unterstützen. Lasst uns erneut gemeinsam dafür sorgen, dass die Nazis ihre Kundgebung nicht durchführen können!

???? 10.45 Uhr – Treffpunkt am Bahnhof in Eschede für die Menschen, die mit dem Zug anreisen.

???? 10.45 Uhr – Treffpunkt in der Ortsmitte vor der Sparkasse (Celler Str. 3)

Denkt aufgrund der aktuellen Lage bezüglich CoVid-19 an euren Mund-Nase-Schutz und genügend Abstand zu anderen Menschen.

Naziaufmarsch verhindern – nochmal! Antifa bleibt Landarbeit!

NPD Kundgebung in Eschede verhindern!

Nach ihrer peinlichen Blamage im letzten Dezember kündigt die NPD in diesem Jahr großspurig an neun Kundgebungen und Aufmärsche in Eschede durchführen zu wollen.

Unter dem Motto „Eschedes schöne Seite – Heimat und Kultur einen Ort geben“ haben die Nazis Versammlungen am 13., 20. und 27. Juni sowie am 12., 19. und 26. Dezember angezeigt. Zusätzlich haben die Nazis für den 18. und 25. September sowie für den 3. Oktober Versammlungen unter dem Motto „Dorfgemeinschaft statt linker Hetze – Eschede wehrt sich!“ angekündigt.

Wir werden nicht hinnehmen, dass Nazis in Eschede weiter Fuß fassen und ihre menschenverachtende Ideologie weiter verbreiten können. Es reicht, dass der „Hof Nahtz“ am Rande von Eschede der norddeutschen, rechten Szene seit mehr als 20 Jahren als wichtiger und regelmäßiger Treffpunkt für diverse Veranstaltungen dient. Neben den zweimal jährlichen Brauchtumsfeiern zur Sonnenwende finden dort auch Wehrsportübungen, Rechtsrockkonzerte, NPD-Parteitage und Schulungen statt. Mit dem Kauf des Geländes durch die NPD im Februar 2019 erreichte die Geschichte um den „Hof Nahtz“ ein neues Level: Seitdem wird das Gelände zu einem Nazizentrum mit überregionaler Bedeutung um- und ausgebaut.

Bereits im Dezember letzten Jahres kündigt die NPD großtönend an unter dem Motto „Eschede verteidigen“ durch das Dorf zu marschieren. Erstaunlicher Weise wird die Anzeige eines Aufzugs mit Rauchtöpfen und Pyrotechnik durch den Landkreis Celle als Versammlungsbehörde genehmigt. Trotz der geringen Resonanz in den eigenen Reihen versuchen die neun Neonazis um den Landesvorsitzenden der Jungen Nationaldemokraten (JN), Sebastian Weigler aus Braunschweig, am 21.12.2019 durch Eschede zu ziehen. Der Aufzug wird schließlich nach nur wenigen Metern von einem breiten Bündnis aus mehreren hundert Personen erfolgreich blockiert. Die JN muss frustriert zum Hof zurückkehren, wo sie von weiteren extra angereisten Kamerad*innen zur Feier der Wintersonnenwende begrüßt werden.

Anlässlich der diversen angezeigten Demonstrationen in diesem Jahr, wollen wir an den Erfolg aus dem letzten Jahr anknüpfen und rufen dazu auf zunächst am 13. Juni nach Eschede zu kommen. Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass die Nazis ihre Kundgebungen – egal wie geartet – nicht durchführen können!

Da es von Nazi-Seite bisher nur vage Ankündigungen, aber keine konkrete Mobilisierung gibt, ist davon auszugehen, dass die Nazis wieder in einer kleinen Gruppe mit ihrem Lautsprecherwagen unterwegs sein werden. Die Gemeinde Eschede und der Landkreis Celle halten es bisher offensichtlich nicht für nötig die Öffentlichkeit ausreichend zu Informieren. Sie unterstützen damit die Taktik der Nazis und setzen Menschen, welche nicht in das menschenverachtende Weltbild der NPD passen dieser Gefahr aus. Selbst auf Presseanfragen antwortet der Landkreis bisher nicht.

Viele Bürger*innen von Eschede und Junge Menschen von überall in Norddeutschland haben keinen Bock mehr auf die Nazischeiße im Landkreis Celle. Der Widerstand im Ort wächst und die Bereitschaft sich den Nazis gemeinsam in den Weg zu stellen, ist groß! Kommt deswegen nach Eschede und Unterstützt den Widerstand gegen rechte Umtriebe und das Nazizentrum!

Genauere Infos zu Zeit, Ort, etc. werden wir in den nächsten Tagen hier veröffentlichen. Meldet Euch gerne vorab bei uns für weitere Infos und Vernetzungen. Am 13. Juni werden wir außerdem über unseren Twitter Kanal aktuelle Infos zum Standort und Plänen der Nazis zur Verfügung stellen.

Antifa bleibt Landarbeit!
NPD Aktionen sabotieren – Nazizentrum dichtmachen!


UPDATE: INFOS ZU SAMSTAG

Die NPD hat angekündigt am Samstag, dem 13.6. um 12:30 Uhr mit ihrem Aufmarsch auf ihrem Gelände („Hof Nahtz“) zu starten. Von dort wollen sie folgende Route nehmen: Zum Finkenberg, L 281, Bergener Str., Bahnhofstraße, B 191 bis zur Einmündung der Gartenstraße.
Dort wollen sie wenden und zurück bis zur Einmündung Bahnhofstraße laufen. Dort wollen Sie Ihre Abschlusskundgebung abhalten.


Wir wollen den Nazis diesen Tag nicht für ihre Inszenierung und menschenverachtende Propaganda überlassen und haben folgende zwei Treffpunkte für gemeinsame Aktionen an diesem Tag:

  • 11.45 Uhr – Treffpunkt am Bahnhof in Eschede für die Menschen die mit dem Zug anreisen.
  • 12.00 Uhr – Treffpunkt bei der Kundgebung des Bündnisses gegen Rechts an der Kreuzung L 281/ Zum Finkenberg.

Wir gehen allerdings von der Möglichkeit einer Täuschung durch die Nazis aus und rufen deswegen dazu auf möglichst mobil nach Eschede zu kommen, um auch weite Strecken schnell bewältigen zu können und handlungsfähig zu bleiben.

Denkt aufgrund der aktuellen Lage bezüglich CoVid-19 an euren Mund-Nase-Schutz und genügend Abstand zu anderen Menschen.

NPD nutzt Corona-Schutzmaßnahmen für populistische Kundgebung in Celle

Pressemitteilung / 7. Juni 2020

Am 6. Juni veranstaltet die rechtsextreme NPD eine Kundgebung in der Celler Innenstadt. Mehrere bekannte Neoazis, darunter der gewaltaffine Landesvorsitzenden der Jungen Nationaldemokraten (JN) Sebastian Weigler und der mehrfach vorbestrafte und extrem gewalttätige Pierre Bauer aus Braunschweig führen eine Kundgebung auf der Ecke Poststraße/Rundestraße in Celle durch. Sie fordern dabei ein Ende der Corona Schutzmaßnahmen.

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NPD-Bürgerwehr patroulliert in Eschede

Nazis patroullieren in der Uelzener Straße in Eschede am 12.01.2020

Am Sonntag den 12.01.2020 patrouillierenden am späten Nachmittag mehrere Neonazis durch Eschede. Bei der Aktion trugen sie Westen der rechtsextremen Bürgerwehr-Initiative „Schutzzonen”. Bei den „Schutzzonen” handelt es sich um eine Kampagne der rechtsextremen Partei NPD. (Weitere Informationen zur „Schutzzonen”-Kampagne gibts hier)

Nach außen wird der Eindruck erweckt es handle sich um eine von der Partei unabhängige Mitmach-Aktion. In Wahrheit handelt es sich um eine PR Aktion von Nazis mit eindeutig rassistischem Konzept, welches in jeden Menschen mit Migrationshintergrund einen potenziellen Straftäter verortet. Dies geht aus den Texten auf den Social Media Accounts und Webseiten eindeutig hervor.

Bei den Menschen die im Rahmen dieser Patrouillen unterwegs sind, um angeblich für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, handelt es sich um Gewaltaffine und oftmals einschlägig vorbestraft Neonazis, die sich als Helfer einer überforderten Polizei aufspielen und so die Sympathien von Bürger*innen gewinnen wollen.

Es ist nicht hinzunehmen das Faschist*innen sich anmaßen auf unseren Straßen eine Art „Gewaltmonopol“ auszuüben. Diese Raumnahme durch stumpfe Nazi-Schläger gilt es zu unterbinden!

Wir appellieren daher an die Zivilcourage und Aufmerksam aller Eschener Bürger*innen, seid wachsam und unterbindet diesen braunen Spuk! Lasst uns gemeinsam die Nazis aus Eschede verjagen!

Teilnehmehr*innen und Strukturen der Wintersonnenwendfeier und JN-Demonstration in Eschede am 21.12.2019

Der Folgende Text soll einen kurzen Überblick über die teilnehmenden Personen und Strukturen an der Wintersonnenwendfeier und der blockierten JN-Demonstration vom 21.12.2019 bieten. Dabei werden Strukturen exemplarisch durch Einzelpersonen aufgezeigt. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass an der Sonnenwendfeier bis zu 60 Personen teilgenommen haben. An der gescheiterten Demonstration der JN  nahmen 10 Personen teil.

Gescheiterte Demonstration

Unter dem Label „Eschede verteidigen“ mobilisierte die JN Niedersachsen ganze 10 Personen zu ihrem Demoversuch – erwartet wurden von Seiten der Veranstalter bis zu 50 Personen. Sie wollten im Vorfeld an die traditionell in Eschede stattfindende Sonnenwendfeier durch den Ort ziehen und dabei Rauchtöpfe und Pyrotechnik einsetzen, was ihnen von der Versammlungsbehörde sogar genehmigt wurde! Eine Demonstrationsanmeldung in der so etwas gefordert wird, kann als Provokation sowie als klare Ansage an die Stadt und den Landkreis gesehen werden. Allerdings wurde die Demo schließlich nach wenigen Metern von einem breiten Bündnis aus mehreren hundert Personen erfolgreich blockiert. Die JN musste frustriert zum Hof zurückkehren. Wie sich an dem Tag zeigte, wurde diese Demonstration maßgeblich vom Braunschweiger JN-Landesvorsitzenden Sebastian Weigler organisiert.  Weigler ist seit Jahren aktiver Teil der Braunschweiger Naziszene und führende Kraft für die inhaltlich Ausrichtung der JN in Niedersachsen. Angemeldet wurde die Demonstration von einem ebenfalls seit Jahren aktiven Neonazi, dem in Goslar wohnenden Charsten Ditcy. Dieser tritt dabei immer wieder als Anmelder von NPD oder JN Veranstaltungen auf und war maßgeblich an der Organisation des „Tag der deutschen Zukunft“ 2018 in Goslar beteiligt. Unterstützung erhielt die niedersächsische JN bei ihrem Demoversuch von Mitgliedern der Hamburger JN/NPD Strukturen. So reisten sowohl der dortige Landesvorsitzende Lennart Schwarzbach als auch Karel Haunschild nach Eschede. Haunschild trat im EU-Wahlkampf 2019 für die NPD an und ist zudem als stellvertretender Kreisvorsitzender der Partei in Hamburg aktiv.

Von ihrem Demoversuch zurückgekehrt, wurden die JN Aktivisten bereits von den weiteren Teilnehmer*innen der Sonnenwendfeier erwartet. Unter ihnen das Ehepaar Joachim und Renate Nahtz. Beide haben nach dem Verkauf des „Hof Nahtz“ Anfang 2019 an die NPD Niedersachsen weiterhin ein Wohnrecht auf dem Hof. Joachim Nahtz ist seit mehreren Jahrzehnten in verschiedenen extrem Rechten Gruppierungen und Parteien aktiv. Bei mehreren Hausdurchsuchungen auf seinem Hof wurden sowohl Nazi-Devotionalien als auch mehrere Waffen gefunden. Nahtz stellte in der Vergangenheit sein Grundstück für verschiedenste neonazistische Gruppierungen zur Verfügung. Dank seiner Unterstützung konnten auf dem Gelände regelmäßige Sonnenwend- und Brauchtumsfeiern, Parteitage, Konzerte und Liederabende, Zeltlager und Wehrsportübungen stattfinden.

Ebenfalls auf dem Gelände anwesend war der derzeitige NPD-Landesvorsitzende Manfred Dammann aus Rotenburg. Dammann, welcher ebenfalls seit Jahrzehnten in der niedersächsischen Neonaziszene aktiv ist, war während der Veranstaltung hauptsächlich damit beschäftigt Gegendemonstrant*innen und Pressevertreter*innen zu fotografieren.

Aus Oldenburg angereist war auch der ehemalige, langjährige Vorsitzende der NPD Niedersachen Ulrich Eigenfeld.

Weiterer bekannter Neonazi ist der ebenfalls seit Jahrzehnten aktive Manfred Börm aus Handorf. Börm war in Begleitung seiner beiden Söhne Hajo und Reik Börm in Eschede unterwegs. Beide sind ebenfalls in der NPD bzw. der JN Niedersachsen aktiv. Manfred Börm ist seit den 70ern in neonazistischen Kreisen aktiv. 1979 wurde er zu 7 Jahren Haft verurteilt, nachdem er mit weiteren Neonazis niederländische Soldaten überfallen und von diesen mehrere Waffen erbeutet hatte. Mit der Wehrsportgruppe-Werwolf wollten sie mehrere gewaltsame Anschläge durchführen. Nach seiner Haftstrafe war der Bauunternehmer Börm in der mittlerweile verbotenen Wiking-Jugend aktiv und schulte und drillte dort ganze Generationen von jungen Neonazis. Nach dem Verbot der Wiking-Jugend wendete er sich der NPD zu, war dort im Bundesvorstand aktiv und leitete den NPD eigenen ‚Ordnerdienst‘.

Ebenfalls seit Jahrzehnten aktiv und in der Vergangenheit immer wieder durch extrem gewaltsame Übergriffe aufgefallen ist der Bremer Andreas „Hacki“ Hackmann. Hackmann wurde wegen mehrere Übergriffe in den 90ern und 2000ern wegen schwerer Körperverletzung und versuchtem Totschlag angeklagt. Er hatte u.a. bei einem Angriff auf ein Zeltlager von Jugendlichen einer Teilnehmerin mit einem Messer in den Rücken gestochen. Seit mehreren Jahren tauchte Hackmann nicht mehr in der Öffentlich auf und gab sich immer wieder als vermeintlicher Aussteiger der mit der Szene gebrochen hätte.

Ein weiterer Anwesender war der Bremer Alexander Greinke, welcher dort in der JN aktiv war. In den Jahren von 2011 bis 2013 war Greinke norddeutschlandweit auf extrem rechten Demonstrationen unterwegs, bis es schließlich ruhig um ihn wurde und er nicht mehr aktiv in der Öffentlichkeit auftauchte.

Spannend war auch die Anwesenheit von Dennis Bührig bei der Sonnenwendfeier. Bührig war seit den 90ern in der Neonaziszene von Celle aktiv und gründete mit weiteren Neonazis „Kameradschaft 73“ aus Celle, bei der er als Führungsperson auftrat. Bührig entwickelte sich schnell zu einer der führenden Kader in der niedersächsischen und Norddeutschen Neonaziszene. Er meldete Demonstrationen und Kundgebungen an, organisierte Veranstaltungen und sorgte für die Agitation von neuen, jungen Kadern. Dabei fiel er auch immer wieder durch gewaltsame Übergriffe auf. Vor einigen Jahren wurde es nach der Selbstauflösung der „Kameradschaft 73“ und weiterer Folgeprojekte ruhig um Bührig. Er tauchte bei keinen politischen Aktionen mehr auf und zog sich ins Private zurück. Am 21.12. trat er nun seit mehreren Jahren das erste Mal wieder auf.